Ein Holzstuhl knarzt, die Eiswürfel im Drink klirren gedämpft aneinander, in der Ecke eine alte Stehlampe, sie verströmt gelbes Licht. Ein Hauch Nostalgie. Die Musiker betreten die kleine Holzbühne, jemand zündet eine Zigarette an. Eine Trompete wird zum Mund erhoben, die Gesichter wenden sich zur Bühne und dann beginnt der Freitagabend 1924 im Lebensgefühl des Hier und Jetzt.

Das Little Vintage Orchestra macht Jazz der 1920er bis 1950er Jahre mit Augenzwinkern und Hosenträgern. Man lauscht nostalgisch, ohne diese Zeit je erlebt zu haben. Die Arrangements für das kleine Orchester schreibt der Mannheimer Trompeter und Komponist Johannes Stange. Vier Bläser, Klavier, Gitarre und Kontrabass transportieren eine Atmosphäre von swingender Freiheit mit ein bisschen „Was soll’s“ und viel Charme.

Ihre Musik holt Altbekanntes in neue Zusammenhänge und sorgt für ein lächelndes Erinnern, aber auch ein Jucken in den Tanzbeinen und den Wunsch nach einem guten Whiskey. Am Ende des Abends tun die Füße weh und das Herz schwelgt, der Geist aber ist angeregt von der Erkenntnis, dass alt nicht altbacken und eine gute Idee nicht vergänglich ist.